Supervision

Was ist Supervision?

Unter Supervision versteht man eine aufgabenorientierte und arbeitsbezogene Beratung im beruflichen Umfeld. Supervision unterstützt Menschen, ihr berufliches Handeln zu reflektieren, effektiv und annehmbar zu gestalten und besser mit dem Privatleben zu arrangieren. Ihr Ziel ist die Entwicklung und Implementierung neuer Handlungsmöglichkeiten und Ansichten im beruflichen Alltag. Somit werden nicht nur die Arbeitsprozesse, sondern auch die Arbeitszufriedenheit optimiert.

Ziele von Supervision:

  • Reflexion von Arbeitsprozessen und –situationen
  • Entwicklung und Implementierung neuer Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten
  • Qualitätssicherung
  • Krisenintervention
  • Erhöhung der Fachkompetenz
  • Entwicklung einer professionellen Identität
  • Arbeitszufriedenheit schaffen
  • Aufgaben- und Klientenbezogenheit schaffen
  • Rollengestaltung
  • Rolle / Person / Organisation in Einklang bringen
  • Karriereplanung
  • Aus- und Fortbildung: Erlernen einer bestimmten Methode oder Profession
  • Begleitung von strukturellen Veränderungsprozessen

Wer nutzt Supervision?

Die Herausforderungen im Hinblick auf die berufliche Arbeit nehmen immer mehr zu: steigende Anforderungen an soziale und fachliche Kompetenz, Unter- und Überforderung im Berufsalltag, Probleme der Kommunikation und Kooperation, … – in all diesen Bereichen bilden sich Fragen, die mithilfe von Supervision mit der Sicht von außen, zu einer geeigneten und zufriedenstellenden Lösung gemacht werden können.

Definitionen vom Begriff
„SUPERVISION“

„Supervision ist personenbezogene berufliche Beratung für Professionals. Ihre Aufgabe ist es, Einzelne, Gruppen oder Teams von Professionals zu individueller und sozialer Selbstreflexion zu befähigen. Ziel dieser Reflexion ist die Überprüfung und Optimierung des beruflichen und methodischen Handelns.“
Kornelia Rappe-Giesecke
„Unter dem Oberbegriff Supervision versteht man Weiterbildungs-, Beratungs- und Reflexionsverfahren für berufliche Zusammenhänge. Das allgemeine Ziel der Supervision ist es, die Arbeit der Ratsuchenden (Supervisanden) zu verbessern. Damit sind sowohl die Arbeitsergebnisse als auch die Arbeitsbeziehungen zu den Kollegen und Kunden wie auch organisatorische Zusammenhänge gemeint.“
Nando Belardi
,,Vielmehr soll Supervision verstanden werden als ein Reflexionsprozess, in welchem die notwendigen Paradoxien und blinden Flecken des Grundprozesses, etwa der Therapie, deutlich gemacht und probeweise als kontingent behandelt werden. Voraussetzung für Supervision ist damit die gezielte Verwendung von Beobachtung zweiter Stufe – also die Arbeit mit der Beobachtung von Beobachtung“
H. Willke

Berufsbegleitende Supervision:

Klientenbezogene Supervision

Ziele:

  • Fachkompetenz erhöhen
  • professionelle Identität entwickeln
  • Kontrolle in der Arbeit

Settings:

  • Gruppensupervision
  • Balintgruppe
  • Enzelsupervision

Qualifikation:

  • Erfahrene Angehörige einer Profession, die Supervision oder Balintgruppenarbeit gelernt hat.

Kooperationsbezogene Supervision

Ziele:

  • Effektivierung der Kooperation
  • Arbeitszufriedenheit schaffen
  • Aufgaben- und Klientenbezogenheit schaffen

Settings:

  • Teamsupervision
  • Projektsuppervision

Qualifikation:

  • In Institutsanalyse ausgebildete Supervisorinnen und Supervisoren.

Rollenbezogene Supervision

Ziele:

  • Aufgaben klären
  • Rollengestaltung
  • Rolle / Person / Organisation in Einklang bringen
  • Karriereplanung

Settings:

  • Leitungsberatung
  • Enzelsupervision

Qualifikation:

  • In Institutions- und Rollenanalyse ausgebildete Supervisorinnen und Supervisoren.
Tabellenquelle: Supervisoren für Gruppen und Teams; 4. Auflage, Springer Verlag, Rappe-Giesecke

Wie hilft Supervision?

  • Zufriedenheit im Arbeitsumfeld
  • Entdeckung neuer und Erweiterung alter Handlungskompetenzen
  • Konfliktlösung
  • Förderung von Leistungsbereitschaft und Motivation
  • Festigen der Persönlichkeit
  • Stärkung der Eigenverantwortung
  • Finden von Zielen und Entfaltung von Ideen
  • Förderung der sozialen Kompetenz
  • Entwicklung von Entscheidungshilfen
  • Reflexion des persönlichen Alltags
  • Entfaltung der beruflichen Identität

Formen von Supervision

Supervision findet im Gespräch statt. Es schult oder instruiert nicht, sondern erörtert und analysiert Situationen des beruflichen Umfelds. In der Supervision steht das „Wir“ im Mittelpunt. Der Supervisor nimmt die Problemerarbeitung und –lösung GEMEINSAM mit den Teilnehmern vor.

  • Einzelsupervision
  • Gruppensupervision
  • Teamsupervision
  • ev. Balintgruppe

Ablauf von Supervision

Bei keiner Supervision gibt es ein Universalrezept, wie eine Sitzung erfolgreich gelingen kann. Es gibt kein einheitliches Vorgehen, da sie sich vielerlei an Techniken und Methoden bedient. Jede Supervision wird auf die Person individuell abgestimmt. Allerdings werden verschiedene Phasen durchlaufen:

  • Identifizierung des Problems: Was ist der Anlass für die Supervision?
  • Informationen sammeln, damit sich der Supervisor ein Bild von der Situation des Supervisanden machen kann
  • Bearbeitung: Lösungsmöglichkeiten entwickeln
  • Implementierung und Evaluation: Möglichkeiten der Auswirkungen der Supervision auf den Teilnehmer

Die Dauer von Sitzungen bewegt sich zwischen 50 und 150 Minuten, je nach Anlass für die Supervision und der Einsatz der Methoden und Techniken pro Sitzung. Selbstverständlich unterliegen alle Supervisoren der Schweigepflicht.

Möglicher Einsatz von Methoden:

  • Kommunikationstraining
  • Erlebnis-aktivierende Methoden (zum Beispiel Rollenspiele)
  • Psychodynamische Techniken
  • Humanistisch-psychologische
  • Kognitiv-entwicklungsorientierte Methoden

Supervision ist kein Allheilmittel. Sie ersetzt nicht fehlende Führungsprofile, die fachliche Qualifikation oder unangemessene Strukturen. Supervision unterstützt den Einzelnen, Arbeitsgruppen oder Organisationen darin, ihre Aufgabe effizienter und mit größerer Zufriedenheit und Effektivität erfüllen zu können.

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